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Der Ex-Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) hat unter dem Namen „Uschi“ als lesbische Frau getarnt am Lesbenfrühling 2021 teilgenommen. Im Mai hat er dazu seinen Bericht im Politikmagazin Cicero veröffentlicht. Jetzt hat er eine Rüge des deutschen Presserats erhalten – denn eine verdeckte Recherche ist nur gestattet, wenn es sich um brisante Informationen öffentlichen Interesses handelt.

Wir als Grüne Jugend MV begrüßen die Rüge des Presserats und verurteilen das Verhalten von Herrn Brodkorb ebenfalls scharf. Das Verhalten ist unserer Meinung nach nicht nur peinlich und absurd, sondern in höchstem Maße übergriffig.

Karla Hartmann, frauen- und genderpolitische Sprecherin der Grünen Jugend MV, dazu: „Das Verhalten von Herrn Brodkorb ist absolut übergriffig. In einem safe space für queere Menschen hat Herr Brodkorb, unseres Wissens nach ein nicht-lesbischer cis-Mann, nichts zu suchen. Dass er an der Veranstaltung ,mit ausreichend Popcorn‘ teilnehmen wollte, zeigt die Einstellung und die fehlende Ernsthaftigkeit, mit der er der LGBTQ+-Community und ihren Themen entgegentritt. Die queere Community und ihre Themen nimmt man ernst, und schaut sich ihre Debatten nicht mit Popcorn an.“

Sebastian Hüller, Mitglied des Landesvorstands der Grünen Jugend MV und stellvertretender Sprecher der LAG Queer der Grünen MV, sagt: „Herr Brodkorb wollte die ,Kollateralschäden‘ beobachten, die die Diskussion um die Änderung des Transsexuellengesetzes in der Gesellschaft anrichte. Dass mit dem geplanten Selbstbestimmungsrecht trans-Menschen endlich das Recht bekommen sollen, ihr Geschlecht selbst zu definieren, begrüßen wir als GRÜNE JUGEND MV ausdrücklich. Die bisherigen Hürden für eine Änderung des Geschlechtseintrags sind bürokratisch und die Befragungen erniedrigend. Es geht hier um Selbstbestimmung und nicht, wie Herr Brodkorb es nennt, um ein ,Hin- und Herwandern zwischen den Geschlechterwelten‘.“